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Wenn Schiffe sterben

Nicht wirklich happy: die "Pacific" ex "Pacific Princess" unter Flagge ihres letzten Betreibers Happy Cruises im Jahr 2010. Foto: Tönnishoff

Zart besaitete Schiffs-Oldie-Liebhaber und insbesondere solche, die zu Depressionen neigen, sollten nicht weiterlesen. Denn hier geht es u.a. um die von Peter Knego produzierten DVDs. Der sympathische, in Los Angeles aufgewachsene Amerikaner ist zwar Shiplover, aber er kann es dennoch nicht lassen, immer wieder mal nach Indien oder Pakistan zu düsen und dann bei den Abwrackwerften im Mittleren Osten vorbei zu schauen. Zum Beispiel im indischen Alang

Dieser Platz war und ist bekanntlich Endstation vieler berühmter Liner und Kreuzfahrtschiffe. In den Filmen von Knego sieht man alte Bekannte von der „Albatros“ (1) bis zur „Winston Churchill“, von der „Norway“ bis zur „Argentinia“. Mal scheinbar noch unversehrt auf dem Strand, mal als Torso mit fehlenden Aufbauten, mal nicht mehr zu erkennen als ein trauriger Haufen Stahl. Wir haben uns Knegos Filme „On the Road to Alang“ und „The Sands of Alang“ angeschaut und mussten oft schlucken. Zum Beispiel beim Anblick der „Eugenio Costa“ (zuletzt aktiv im Dienst als „The Big Red Boat II“), zunächst in ihrer glanzvollen Zeit als Reederei-Flaggschiff, dann aber in den verschiedenen Phasen ihres Abbruchs in „The Sands of Alang“. Der Schreiber dieser Zeilen hat diesen ersten Costa-Neubau (1966) der damals noch privaten Reederei in Fahrt erlebt, bewunderte seine klassisch-schöne Form – typisch für die „Italiener“ der 1960er Jahre! – und genoss auf seinen Planken das südländisch-turbulente Bordleben sowie eine unglaublich gute Küche. Vorbei.

Das gilt nun auch für die durch ihren weltweiten Einsatz als „LoveBoat“ auf unzähligen Fernsehkanälen berühmte „Pacific Princess“. Anders als in allen Folgen der durch und durch amerikanischen Erfolgs-Seifenoper diesmal leider kein Happy End. Vor wenigen Tagen ist der in Emden bei Rheinstahl gebaute Liner – bis zur Insolvenz des spanischen Betreibers Happy Cruises als „Pacific“ im Einsatz - im türkischen Aliaga angekommen, wo er verschrottet wird. Peter Knego hatte das zuletzt aufgelegte Schiff noch im Mai 2012 in Genua besucht und natürlich alles bildlich festgehalten. Ob er auch Teile des Mobilars erworben hat, ist uns nicht bekannt. Dazu muss man wissen, dass der umtriebige Amerikaner nicht nur als Schiffshistoriker und Journalist aktiv ist, sondern ebenso als Vermarkter von Erinnerungsstücken der Liner von gestern. Sein Angebot umfasst Geschirr, Besteck, Möbel, Gemälde, um nur einige Teile zu nennen. Ach ja, sogar Sessel von der „Eugenio Costa“ haben wir entdeckt. Zu spät. Unsere Wohnung ist bereits komplett möbliert.    Tö

www.maritimematters.com, www.midshipcentury.com


31.08.2013

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