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Seebären erzählen

OrkanfahrtSicher ist auch ein bisschen Seemannsgarn bei den Erzählungen der 25 Kapitäne dabei, was schon der Buchtitel „Orkanfahrt“ vermuten lässt.

Sicher ist auch ein bisschen Seemannsgarn bei den Erzählungen der 25 Kapitäne dabei, was schon der Buchtitel „Orkanfahrt“ (ISBN-13 978-3-940138-00-2, 29,90 Euro,    www.ankerherz.de) vermuten lässt. Wie auch immer: Wir lesen spannende Geschichten, wie sie wohl nur im echten Leben vorkommen.

 

Zum Beispiel die von Uwe Bech, Master der „Europa“ von 1981, der mit seinem Schiff in St. John's im Oktober 1992 – scheinbar – in eine tückische Falle geraten war. Der Hafen des kanadischen Städtchens ist nur erreichbar durch eine schmale Einfahrt zwischen zwei, „The Narrows“ genannten Felswänden. Während der Liegezeit  drehte der zum Sturm angewachsene Wind – anders als die zuvor studierten Wetterdaten versprachen -, blies durch die Enge und auf die an der Pier vertäute „Europa“ in voller Länge. Ja, Uwe Bech hat das Schiff und seine Passagiere wieder sicher aus dem Hafen gebracht. Aber die schwierigste Ausfahrt in seinem Seemannleben wird er nie vergessen. Spannend auch die Story von Fregattenkapitän a.D. Wolfgang Jungmann. Er war an Bord des BRD-U-Jagdboots „Najade“, das in geheimer Mission einen Republikflüchtling von dem DDR-Kreuzfahrtschiff „Völkerfreundschaft“ übernehmen sollte. Es  war im Frühjahr 1969, mitten im Kalten Krieg. Der Flüchtige sollte, so die Abmachung, nach einem Lichtzeichen aus einem Bullauge springen. Das Abenteuer verlief plangemäß, abgesehen davon, dass das U-Jagdboot mit dem Ferienschiff kollidierte und leicht beschädigt wurde. Politisch alles eine große Nummer – über „Menschenraub“ und „Piraterie“ giftete die DDR-Presse, während dieser „Zwischenfall“ im anderen Deutschland (fast) kein Thema war. Schmunzeln kann man über die Schilderungen von Cassen Eils († 2010). Der Gründer der nach ihm benannten, seit 1952 in Cuxhaven ansässigen Reederei – ab September 2010 ein Tochterunternehmen der Firmengruppe AG Ems – mit Schiffen im Nordsee-Bäderverkehr und der einzigen ganzjährigen Cuxhaven-Helgoland-Verbindung will ein Krokodil vor Langeoog gesichtet haben. Was den urigen Kapitän, der bis ins hohe Alter auf der Brücke eines seiner Schiffe stand, überrascht: Die Langeooger glaubten ihm (nachdem ein Kadaver dieses Reptils angetrieben worden war), die Helgoländer aber nahmen ihm diese Story nie ab.            Tö

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28.04.2014

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