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Dr. Jörg Rudolph: Don’t call it Fähre

Dr. Jörg Rudolph. Foto: Color Line
Seit Mai 2009 ist Dr. Jörg Rudolph Geschäftsführer beim norwegischen Reederei-Unternehmen Color Line AS. Die Schiffsroute von Kiel nach Oslo ist dabei für ihn weit mehr als eine Linien-Verbindung – sie ist eine Herzensangelegenheit. Norwegen – Land endloser Wälder, idyllischer Fjorde, der Sommernachtsfeiern und der Trolle. Die wilde, ursprüngliche Natur des hohen Nordens hat Dr. Jörg Rudolph schon früh in ihren Bann gezogen. Zu Fuß, mit dem Rad und per Boot hat er Norwegen erkundet. Städte, Fjorde und Skigebiete – er kennt die schönsten Ecken. Bereits als Kind ist der heute 47-Jährige häufig mit seinen Eltern nach Skandinavien gereist. Nach Finnland, Schweden – und natürlich nach Norwegen.

Vor allem auf den Fähren waren die Rudolphs unterwegs, auf der Route Kiel-Oslo. Und schon als Kind hat dem Touristikfachmann  das Reisen mit dem Schiff ausnehmend gut gefallen. Ebenso gut wie im Land der Mitternachtssonne weiß der Vater von zwei Söhnen in der Touristik- und Kreuzfahrtindustrie Bescheid. Die Branche kennt er aus allen Perspektiven. Nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre in Münster und  seiner Promotion in Innsbruck sammelte Jörg Rudolph unter anderem bei den Unternehmen FIRST Reisebüro, TUI AG und AIDA Cruises berufliche Erfahrungen. Touristik-Fachmann plus Skandinavien-Experte, das ergibt eine geballte Ladung Knowhow, die der erste Mann am Ruder des Unternehmens Color AS gekonnt einsetzt, um die Flotte von sechs Schiffen auf Kurs zu halten. Zu seiner Mannschaft gehören 4.500 Mitarbeiter, die rund um die gut 10.000 schwimmenden Betten im Einsatz sind. An 363 Tagen im Jahr sind die Color Line Schiffe unterwegs. Sie verbinden Norwegen mit den Nachbarländern Dänemark, Schweden und Deutschland. Insgesamt 4,2 Millionen Gäste nutzten im Jahr 2010 die Color Line Flotte. 1,1 Millionen Gäste reisten allein auf der Route Kiel-Oslo-Kiel, bei einer Anzahl von 1,4 Millionen Kunden ist die Linie ausgebucht. Zahlen, die sich sehen lassen und viel verraten: Erst zwei Jahre ist Dr. Jörg Rudolph am Ruder und er hat bereits viel erreicht. Seine damals gesetzten Ziele konnte er teilweise sogar übertreffen. Trotz einer wirtschaftlich schwierigen Situation sind die Zahlen unter seiner Führung in die Höhe geschnellt. Ein Grund sich zurückzulehnen? In Ruhe das 50-jährige Jubiläum der Route Kiel-Oslo zu feiern? Keineswegs. Hoch motiviert arbeitet der Mann mit der bestechend ruhigen und gelassenen Ausstrahlung bereits an der Umsetzung der nächsten Ideen.

Die Route Kiel-Oslo-Kiel wird gerne als Einstieg in die Kreuzfahrt gebucht. Ein Kurztrip, der neuen Gästen Appetit auf mehr machen kann und will. „Don’t call it Fähre“, wirft Dr. Jörg Rudolph gerne lachend ein. Keine Frage: Wer an Bord von Color Magic oder Color Fantasy residiert, wird gar nicht erst auf die Idee kommen. Wem die Schnupper-Tour gefällt, der plant häufig bereits beim Verlassen des Schiffs  die Buchung einer Reise über ein oder zwei Wochen. Für Dr. Jörg Rudolph ist  der damit verbundene Auftrag klar: „Wir haben hier eine einmalige Möglichkeit, Menschen für die Kreuzfahrt zu begeistern.“ Dazu gehört auch der Ausbau von Themenreisen, denn hier sieht der Skandinavien-Fan Jörg Rudolph großes Potential. Musik steht hoch im Kurs bei Kreuzfahrt-Gästen. So war die 2010 erstmals angebotene Opern-Kreuzfahrt nach Oslo mit dem Besuch einer Vorstellung in der futuristisch anmutenden, neu erbauten Oper in Windeseile ausverkauft. Für die kommende Saison ist das Kontingent der Karten vervierfacht worden. Andere Reisen haben die Schwerpunkte Jazz oder Blues. Und auch bei den Showprogrammen an Bord wird viel Wert auf musikalische Unterhaltung gelegt. An weiteren Themenbereichen wird in Kiel eifrig gearbeitet. Und bei der Euphorie mit der Dr. Jörg Rudolph an die Arbeit geht, wird der Erfolg nicht lange auf sich warten lassen.

Und wohin fährt der Mann am Steuer des Unternehmens, wenn er selbst Urlaub hat? „Die Ostsee-Routen. Mit dem Schiff von Stadt zu Stadt. Das geht auf keiner anderen Route so herrlich, so vielfältig und so abwechslungsreich wie im Norden, bei Touren auf der Ostsee“, meint Dr. Jörg Rudolph. Und wenn es doch woanders hingeht? „Dann gerne nach Santorin“, und dabei gerät Dr. Jörg Rudolph regelrecht ins Schwärmen. Über die Farben, über die Landschaft. „Diese herrliche Sicht, wenn man auf den Berg hinauf steigt und runter in den Hafen schaut, wo die großen Kreuzfahrtschiffe liegen – das ist einfach unbeschreiblich schön.“

Stephanie Sieckmann

11.11.2012

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