Das Magazin für Kreuzfahrtschiffe, Fähren & Meer

WELCOME ABOARD unterwegs mit der „Royal Princess“, dem neuen Flaggschiff der "LoveBoat"-Reederei

Das drei Decks hohe Atrium der "Royal Princess". Foto: Tönnishoff
Mit wohl jedem Neubau versuchen die Reedereien mit Superlativen oder nie zuvor dagewesenen Einrichtungen die schwimmende Konkurrenz alt aussehen zu lassen. Dass das nach den so vielen Indienststellungen in den letzten Jahren nicht mehr ganz so leicht geht, wird am Beispiel der soeben getauften „Royal Princess“ deutlich. Das neue, 330 Meter lange 3600-Gästebetten-Flaggschiff der amerikanischen Princess Cruises (in den 1980er Jahren auch bei uns bekannt durch die TV-Soap „LoveBoat“ - das Schiffshorn der Neuen erinnert an die Filmmelodie) ist mit seiner Vermessung von 141.000 Tonnen riesig, aber eben nicht das größte in der Flotte der internationalen Ferienliner.

Es sei denn, man würde den Kreis auf Premiumschiffe – und nur dort sieht sich Princess – begrenzen. Dass a l l e Außenkabinen über einen eigenen Balkon verfügen, überrascht nicht mehr und wird in dieser Klasse fast schon erwartet.
Aber doch, es gibt ein Alleinstellungsmerkmal; sogar eins mit Wow-Effekt: den SeaWalk. Dabei handelt es sich um eine gläserne Promenade, die freischwebend etwa 42 Meter über dem Meer ganz neue Aussichten erlaubt. Spektakulär! Und man sieht auch einige Gäste, die den transparenten Weg zunächst ganz vorsichtig erkunden.
Neu, zumindest in Größenordnung und Stil, ist der für Erwachsene exklusive Bereich „The Sanctuary“ mit Cabanas genannten Ruheinseln, ausgestattet mit TV, oder extra dick gepolsterten Liegen. Dazu ein Verwöhnservice, zu dem Champagner, diverse Leckerbissen und Massagen gehören können. Ohne Service ist man ab 15 Dollar dabei. Und alles getrennt von dem ebenfalls ganz oben, aber mittschiffs befindlichen Pooldeck, auf dem es turbulent zugehen kann mit einem riesigen Screen, der abends zum Filme Schauen einlädt unter dem Motto „Movies under Stars“, oder mit einer imponierenden Springbrunnen-Show. Attraktiv auch das drei Decks hohe Atrium als erste Adresse für den kleinen Hunger zwischendurch, einen gepflegten Drink oder den Espresso.
Besonders eindrucksvoll sind die vielen durchdachten Details, die zeigen, dass Princess Cruises über eine lange Erfahrung im Kreuzfahrtgeschäft verfügt. Die sechs Hauptrestaurants – davon drei mit Zuzahlung – können auch anspruchsvolle Gäste überzeugen. Ebenso Kleinigkeiten wie eine TV-Fernbedienung in den Kabinen, die wirklich jeder versteht (endlich!). Anders als die älteren Princess-Liner, die Größe und dennoch Intimität versprechen, kann die „Royal Princess“ nicht mehr überall ihr XXL-Format verdecken. Überraschenderweise wurde auf eine Rundum-Promenade auf einem der unteren Decks verzichtet – sonst ein gern genanntes Kennzeichen im Premiumbereich. 
Dass die „Royal Princess“ auch in Deutschland bereits in vielen Medien „kreuzt“, hängt mit der Wahl der Taufpatin zusammen. Wie schon bei dem ersten, seinerzeit als Trendsetter geltenden Cruiser mit demselben Namen (fährt heute als „Artania“ unter der Flagge des Bonner Veranstalters Phoenix Reisen) konnten Mitglieder der königlichen Familie gewonnen werden. Damals Prinzessin Diana und nun Herzogin Kate. Freunde des englischen Königshauses werden das zu schätzen wissen.
PETER TÖNNISHOFF
 
Infos: Die „Royal Princess“ verkehrt auf Routen im Mittelmeer, in der Karibik und ab Frühjahr 2014 in Nordeuropa ab Rostock-Warnemünde. Die Flotte von Princess Cruises besteht nach Indienststellung der baugleichen Schwester „Regal Princess“ im nächsten Jahr aus 18 Einheiten und wird in Deutschland von Inter-Connect Marketing/München vertreten.
Infos: www.princesscruises.de

(Einen Artikel über die "Royal Princess" lesen Sie auch in WELCOME ABOARD 2014, ab Mitte November im Handel!)


Taufpatin Herzogin Kate und Kapitän Tony Draper.



Exklusiver Bereich für Erwachsene - "The Sanctuary" - mit Cabanas und extra dick gepolsterten Liegen.



            
Spektakuläre Aussichten verspricht der SeaWalk



Royal Princess: großes Kino am Abend.



Die "Royal Princess" bei Nacht.

Alle Fotos: Peter Tönnishoff


19.06.2013

Das könnte Sie auch interessieren

Typenkompass

Der Titel dieser Buchreihe verrät es bereits: hier geht es um Typen, genauer Schiffstypen. Dazu gehört auch der Band „Kreuzfahrtschiffe“ von Horst W. Laumanns... Weiterlesen

Träumereien mit dem Traumschiff

„Kreuzfahrt in den hohen Norden"  lautet der Titel eines Bildbandes, der gleichermaßen den Fans des ZDF-Traumschiffs „Deutschland“ und Freunden vo... Weiterlesen

Unsinkbar? – Die „Titanic“

Die „Titanic“ – zumindest in immer wieder neuer Buchform scheint sie unsinkbar zu sein. 2012, ein Jahrhundert nach der folgenschweren Kollision mit einem Eisberg,... Weiterlesen

Zwischen den Decks

Seine erste Kreuzfahrt unternahm der Mindener Ingo Daeneken als Elfjähriger mit seinen Großeltern. Fünf Jahre später lernte er die damals brandneue „AIDA... Weiterlesen

Mit dem Schiff durchs Weserbergland

Für die meisten Kreuzfahrer dürfte das Weserbergland gleichbedeutend mit einem weißen Fleck auf der Landkarte sein. Eigentlich schade `drum. Das Märchenland de... Weiterlesen